Münster/Augsburg, 2. November 2026. Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) hat am Vortag zu Allerheiligen in Münster mit der Tagung „Aufstehen für Menschenrechte. 85 Jahre Brandpredigten von Bischof Clemens August von Galen“ an das mutige Zeugnis des „Löwen von Münster“ erinnert. Mit seinen Predigten gegen die Euthanasie-Verbrechen der Nationalsozialisten hatte der selige Kardinal im Sommer 1941 ein Zeichen für die Würde des Menschen gesetzt, das bis heute nachwirkt.

Zum Auftakt der Tagung feierte der Münsteraner Weihbischof Dr. Stefan Zekorn die heilige Messe im Paulusdom. Anschließend entzündeten die Teilnehmer am Grab des seligen Clemens August in der Ludgerus-Kapelle eine Kerze. In seiner Predigt dankte Weihbischof Zekorn der ALfA ausdrücklich für ihren Einsatz für das Leben und für die Menschenwürde.

Im Zwei Löwen Klub erlebten die Teilnehmer danach lebhafte und lehrreiche Vorträge. Pfarrer Markus Trautmann (Dülmen), der mehrere Bücher zu von Galen veröffentlicht hat, stellte die drei großen Predigten vom Sommer 1941 vor und ordnete sie in den historischen Kontext ein. Von Galen war Berater von Papst Pius XI. und an der Vorbereitung dessen Enzyklika „Mit brennender Sorge“ (1937) beteiligt, in der der Papst ungewöhnlich deutlich öffentliche Kritik am nationalsozialistischen Regime übte. Es wurde deutlich, wie sehr der Bischof mit sich rang – es war ihm wohl bewusst, dass ein öffentliches Anprangern der Nazis sowohl für ihn selbst als auch für die Geistlichen seines Bistums schlimme Folgen haben konnte. Seine mutigen Proteste, gut dokumentiert in Ansprachen und Predigten seit 1933 sowie in den Warnungen der Nationalsozialisten vor ihm, kulminierten in den berühmten drei Predigten vom Sommer 1941, in denen er die Verbrechen der Nazis öffentlich anprangerte. Pfarrer Dr. Josef Wieneke, ebenfalls Historiker und Nachfolger von Clemens August von Galen als Pfarrer in St. Matthias in Berlin, zeigte, wie sich die Brandpredigten damals „wie ein Lauffeuer“ im ganzen Land verbreiteten und welche Wirkung sie hatten. PD Dr. Maria Anna Zumholz (Vechta) ging der Frage nach, warum das NS-Regime Clemens August von Galen trotz seiner offenen Kritik nicht verhaftete – zu groß war die Angst, einen Märtyrer zu produzieren, und zu sicher die Erkenntnis, dass mit einer Hinrichtung des Bischofs die Nationalsozialisten das gesamte Bistum gegen sich aufgebracht hätten, zu dem damals auch noch das Ruhrgebiet gehörte. Eine Podiumsdiskussion fragte zum Abschluss, inwiefern der selige Kardinal für Christen in der Gegenwart Orientierung gebe und Vorbild sei.

Die ALfA hatte die Tagung im Rahmen des von Galen-Projekts organisiert. Es macht die Stimmen von Geistlichen und Seelsorgern hörbar, für die der selige Kardinal Inspiration und Vorbild ist. Die Kernbotschaften – der Staat darf nicht willkürlich über die Freiheit seiner Bürger verfügen; Christen müssen ihrem Gewissen folgen und dürfen Unrecht nicht widerspruchslos hinnehmen; jedes menschliche Leben besitzt Würde und darf nicht aufgrund vermeintlicher Nutzlosigkeit vernichtet werden – sind hoch aktuell in einer Zeit, in der der Schutz ungeborenen Lebens ausgehöhlt wird, insbesondere in Bezug auf vorgeburtliche Menschen mit diagnostizierter Behinderung. Deutschland hat hier eine besondere Verantwortung: In keinem anderen Land der Welt hat die Bevölkerung so genau erfahren, wohin es führt, wenn einem Teil der Menschen Lebensrecht und Menschenwürde abgesprochen werden. Diese Erfahrung gilt es wach zu halten. Die Tagung „Aufstehen für Menschenrechte“ hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet.


Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein, ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung.


Pressekontakt
Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.
Kitzenmarkt 20, 86150 Augsburg
Telefon: 0821-512031
E-Mail: info@alfa-ev.de
www.alfa-ev.de      www.vongalenprojekt.de